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In der Hitze des Nordens

"In der Hitze des Nordens" ist für die Fans beider Vereine eine unbedingte Pflichtlektüre, die kurzweilig geschrieben ist und viele Details enthält. Man erlebt nicht nur die aus Kieler Sicht besonders schöne letzte Saison noch einmal im Zeitraffer, auch die Flensburger Erfolge gegen den THW, in Flensburg gemeinhin immer noch die schönsten Siege, werden ausführlich nacherzählt. Ebenso werden die Spielerwechsel zwischen beiden Klubs behandelt, ob Lars Krogh Jeppesen, Thomas Knorr, Michael Menzel oder Morten Bjerre. Fans der beiden Klubs werden somit auch auf eine Zeitreise mitgenommen und können alte Erinnerungen auffrischen. Und vielleicht verstehen die festzementierten Fan-Fronten in Kiel und Flensburg nach dem Lesen einander besser. Wer beiden Vereinen unvoreingenommen gegenübersteht, erfährt ein Stück Handballgeschichte und wird nach der Lektüre besser verstehen, warum im Norden manches etwas merkwürdig erscheint. Zudem lockt das Buch mit zahlreichen Fotos aus unzähligen Derbys.

Zur Einstimmung auf die neue Saison ist "In der Hitze des Nordens" eine wunderbare Lektüre, spannend und zugleich leicht und locker geschrieben und nie langweilig. Frank Schneller ist ein Buch gelungen, das tatsächlich noch gefehlt hat.

Quelle: Handball World

Leseprobe:

Zwei Tage vor dem Rückspiel ist der Hüne in Kiel und stellt sich seinen neuen Kameraden vor. Drei Monate lang soll der 2,05 m große Routinier, »El Gigante« genannt, nun zumindest in der Abwehr des THW retten, was noch zu retten ist.

Sein Comeback wird in der mit 10250 Zuschauern natürlich wieder einmal ausverkauften Ostseehalle am 30. März dann zu einem Jahrhundertspiel. Die THW-Spieler treffen auf ein Kieler Publikum, wie sie es vermutlich noch nie erlebt haben, nicht nur, weil es Xepkin beim Einlaufen feiert, als wäre der Neue schon jahrelang einer von ihnen: Obwohl der THW nach 17 Minuten schon 11:15 zurückliegt, brüllt das Publikum ihre so arg gebeutelte Mannschaft nach vorn und aus der Krise dieser Partie. Schon zur Halbzeit liegen die mit unbändigem Willen fightenden Kieler 20:19 vorn. Nach der Pause dann setzt sich der von Stefan Lövgren und Nikola Karabatic beseelt angetriebene Gastgeber allmählich ab. In der 42.Minute führt der THW30:25, zwei Minuten vor dem Schlusspfiff gar 37:31, doch der nie ganz aufzuhaltende Balic trifft immer und immer wieder.

Kurz vor Schluss fehlt den Spaniern beim Stand von 34:37 nur noch ein Tor, doch das fällt nicht mehr. Die Ostseehalle steht kopf, die Zuschauer sind völlig außer Rand und Band – der THW steht im Finale.


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